Expo 2000 - Sein oder Schein?

Das ist ein der Fragen, die meinereiner sich zur Zeit stellt.
Nachdem ich mit Hilfe der mir zur Verfügung stehenden Medien ein wenig recherchiert habe, gehe ich -wie immer- völlig unvoreingenommen und objektiv an das Verfassen dieses Artikels .
Was ist das eigentlich, diese Expo? Ist sie mehr als eine riesige Propagandashow unserer schönen, neuen Welt an der Pforte des neue Jahrtausends, so voller Handys, Genfraß und virtueller Realität, ein Traumbild, welches den Bezug zur Wirklichkeit völlig verloren hat? Ist sie mehr als ein “Disneyland-Themenpark-Verschnitt”, ein synthetisches, lebensfernes, glitzerkunterbuntes Wunderland, in dem uns und der Welt gezeigt wir, wie gut es uns doch allen geht? Hunger, Krieg, Elend, aber nicht auf unserer Expo? Statt dessen viele lustige, bunte Plastikbälle? Ist das nicht an Zynik kaum mehr zu übertreffen? Schluß mit Pietät, jetzt wird gestreut! 
Ist es nicht schizophren, eine INTERNATIONALE  Weltausstellung zu veranstalten und zur  selben Zeit 
Flüchtlinge abzuschieben? (man munkelt, daß das für die Expo gebaute Gefängnis nach der Weltausstellung als Abschiebeknast “recycled” wird) Aber wir wollen der Welt ja zeigen, daß wir ein weltoffenes Land mit lauter weltoffenen Leuten sind. Multi-Kulti auf Zeit sozusagen. Wenn denn alles sauber und gesittet zugeht und unsere Gäste danach schön wieder in ihren Bananenstaat zurückgehen, ist ja alles in Ordnung. Aber halt: außer  denen natürlich, die programmieren können. Für die gibt’s hier  eine Green-Card (und für die anderen halt eine Rote Karte, also Platzverweis). 
Aber vielleicht sollte man sich das Spektakel “Expo” doch mal anschauen. Es gibt bestimmt auch was schönes zu kaufen, wenn nach der  Kasse am Eingang und den Parkgebühren doch noch Geld übrig sein sollte. Außerdem kann man ja bestimmt etwas dazulernen, in den vielen wunderschönen bunten Themenparks... man muß nur aufpassen, daß man nicht über einen der “Multimediaroboter”, die da rumfahren,  stolpert. Oder  von der Brüstung des deutschen Pavillon fällt.
Und wie wird die Sache eigentlich finanziert? 80 % des Eigenkapitals  stammt von “den Steuerzahlern” (insgesamt 70 Millionen DM von Bund und Land). Geplant ist, die Ausgaben von insgesamt 2,8 Mrd DM durch entsprechende Einnahmen wieder auszugleichen. Laut der Finanzzeitschrift  “Capital” gab es allerdings bei jeder Weltausstellung der letzten 50 Jahre einen Verlust. Täglich müss(t)en etwa 300 000 Menschen die Expo besuchen, wenn sie nicht zum finanziellen Desaster werden soll. Und wenn man der Berichterstattung der letzten Wochen Glauben schenkt, sind (bisher) nur etwa die Hälfte der erwarteten Besucherzahlen erreicht worden. Aber bald sind Ferien, dann wird bestimmt alles gut...
Weiterhin sollen zahlreiche beteiligte Unternehmen (von den “großen” abgesehen) kurz vorm Konkurs stehen. Aber all das macht nicht viel, weil Verluste bis zu einer Höhe von 600 Mio Mark unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden (Bund und Land übernehmen beispielsweise 275 Mio bzw 265 Mio DM dereventuellen Einbußen).
Leise Kritik (auch berechtigte) an der Expo wird natürlich nicht gern gesehen, sondern zur rein rhetorischen Frage degradiert. Expogegner wurden/werden mit massiven “Sicherheitsvorkehrungen” ruhiggestell., Zu diesem Zweck wurden Polizisten aus ganz Großdeutschland (auch aus BED)  abgezogen, um “Ruhe und Ordnung” zu sichern. Wie können diese Chaoten (nein, nicht die Polizisten) es auch wagen, zu versuchen, uns unsere schöne Weltausstellung kaputtzumachen! Wir wollen uns doch nicht vor der Weltöffentlichkeit blamieren! 
Alles in allem kann ich Sinn und Zweck der “Expo 2000” leider nicht erkennen, das übersteigt leider die Kapazität meines von Zweifeln zerfressenen kleinen Geistes.
In diesem Sinne: Augen zu und durch.

       weiterpennen!
        Beyus